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Ausbildungsvisum Deutschland: internationale Azubis einstellen (§16a)

Hanna Kovacs

Hanna Kovacs

Product Manager, Global Mobility

Veröffentlicht am 24. Juli 2026·9 Min Lesezeit
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Deutschlands Fachkräftelücke wird genau dort größer, wo die Wirtschaft es sich am wenigsten leisten kann: auf Baustellen fehlen Handwerker:innen, im Bus- und Logistikverkehr Fahrer:innen, in Krankenhäusern und Pflegeheimen Pflegekräfte. Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) wurden im Berichtsjahr 2024/2025 rund 494.000 Ausbildungsstellen gemeldet, von denen etwa 54.400 zum offiziellen Stichtag unbesetzt blieben.

Ein oft übersehener Weg, diese Lücke zu schließen, ist es, Menschen von außerhalb der EU nach Deutschland zu holen, damit sie die Ausbildung selbst absolvieren — die duale Ausbildung. Für Arbeitgeber öffnet das einen deutlich größeren Talentpool im Ausland und einen stetigen Zustrom motivierter Bewerber:innen — Sie bilden die Fähigkeiten aus, die Sie brauchen, statt um die wenigen bereits am Markt verfügbaren zu konkurrieren. Es gibt zwei Wege, unter zwei verschiedenen Aufenthaltstiteln: Die Person beginnt entweder ihre Ausbildung von Grund auf (§16a) oder besitzt bereits eine Qualifikation, die Deutschland nur teilweise anerkennt, und absolviert die zusätzliche Ausbildung, die für die volle Anerkennung nötig ist (§16d).

Geschrieben für HR- und People-Teams, die nach Deutschland einstellen. Gibt den aktuellen Stand der deutschen Regelungen 2026 wieder. Allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Migrationsberatung — jeder Fall muss individuell geprüft werden.

Kann ich jemanden von außerhalb der EU für eine Ausbildung einstellen?

Ja — das ist möglich. Es gibt spezielle Aufenthaltstitel genau dafür, mit denen eine Nicht-EU-Person nach Deutschland einreisen und ihre Ausbildung beginnen kann. Dieser Leitfaden führt Sie durch die Anforderungen, Zeitrahmen und Schritte, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen, bevor Sie sich auf eine:n Bewerber:in festlegen.

Eine Ausbildung ist eine duale Ausbildung — die auszubildende Person teilt ihre Zeit zwischen dem Arbeitgeber und einer Berufsschule auf.

Die zwei Visa-Optionen

Beide gehören zur selben „Ausbildung“-Familie des Aufenthaltsgesetzes, passen aber zu zwei unterschiedlichen Ausgangslagen. Wählen Sie den Weg passend dazu, wo die Person gerade steht.

§16a · Ausbildungsvisum

Ausbildung von Grund auf

  • Für Bewerber:innen ohne bereits anerkannte Qualifikation, die den Beruf in Deutschland erlernen möchten.
  • Grundlage: unterschriebener Ausbildungsvertrag + Ausbildungsplan (IHK/HWK) und Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (§16a Abs. 1).
  • Sprache: Deutsch B1 — es sei denn, die Bildungseinrichtung hat die Deutschkenntnisse geprüft oder ein vorbereitender Deutschkurs ist geplant (§16a Abs. 3).
  • Teilzeitarbeit von bis zu 20 Stunden/Woche neben der Ausbildung ist in der Regel erlaubt.

§16d · Anerkennungsvisum

Teilanerkennung ergänzen

  • Für Bewerber:innen, die bereits eine ausländische Qualifikation erworben haben, die Deutschland noch nicht vollständig anerkennt — Ziel ist es, diese Lücke zur vollen Anerkennung zu schließen.
  • Grundlage: eine Teilanerkennung vorab — der Defizitbescheid — plus Ausbildungsplan und Einschreibung in die Qualifizierungsmaßnahme.
  • Sprache: Deutsch mindestens A2 (§16d Abs. 1); die Anerkennungsstelle oder die Maßnahme kann mehr verlangen, z. B. in Gesundheitsberufen.
  • In der Regel eine kürzere Maßnahme als eine vollständige Ausbildung — es wird ergänzt, nicht neu begonnen.

Faustregel: Ausbildung von Grund auf → §16a. Im Ausland bereits ausgebildet, aber nur teilweise anerkannt und Aufstockung zur vollen Anerkennung → §16d.

Wie man internationale Bewerber:innen einstellt

Dieser Schritt unterscheidet sich nicht vom Einstellen vor Ort. Bevor überhaupt eine Visumsfrage aufkommt, steht der normale Recruiting-Prozess:

1

Bewerber:in finden und einstellen

Führen Sie einen normalen Einstellungsprozess durch — inklusive Sourcing von Bewerber:innen aus dem Ausland — dann Interview und Auswahl. Hier beginnt der gesamte Weg.

2

Ausbildungsvertrag abschließen

Vereinbaren und unterschreiben Sie den Ausbildungsvertrag mit Rolle, Ausbildungsplan und Vergütung.

3

Vertrag bei der IHK/HWK eintragen

Lassen Sie den Ausbildungsvertrag im Verzeichnis der zuständigen Kammer eintragen (Eintragung). Für den Visumantrag wird der eingetragene Vertrag gebraucht, und die Bundesagentur für Arbeit muss der Ausbildung zustimmen (§16a Abs. 1).

Sobald der Vertrag unterschrieben und eingetragen ist, folgt die Visumsvorbereitung.

Was Ihr:e Bewerber:in für das Visum braucht

Die genaue Liste kann sich von einer deutschen Botschaft zur nächsten unterscheiden, aber im Allgemeinen braucht die Person:

Einen gültigen Reisepass

Wie lange er noch gültig sein muss, steht in der Checkliste der deutschen Auslandsvertretung.

Ein Deutsch-Sprachzertifikat

Meist B1 für §16a (Ausbildung von Grund auf); mindestens A2 für §16d (Teilanerkennung), mehr, wenn die Anerkennungsstelle oder die Maßnahme es verlangt. Das ist meist der Punkt mit dem längsten Vorlauf, also früh beginnen.

Nachweis über gesicherten Lebensunterhalt

Bei betrieblicher Ausbildung muss die Ausbildungsvergütung 2026 mindestens 1.048 € brutto (rund 822 € netto) im Monat erreichen; bei schulischer Ausbildung sind rund 959 € netto nötig, bei kostenfreier Unterkunft 380 € weniger. Die Beträge ändern sich jährlich. Reicht die Vergütung nicht, decken ein Sperrkonto oder eine Verpflichtungserklärung die Differenz; die Eröffnung eines Sperrkontos aus dem Ausland braucht Zeit.

Die vom Konsulat geforderten Visumsunterlagen

Alles Weitere sind die eigentlichen Visumsunterlagen; die genaue Liste legt das zuständige deutsche Konsulat fest — sie variiert je nach Land. Halten Sie sich genau an deren Checkliste.

Wie es weitergeht: der Visumsprozess

Diesen Teil übernimmt relokate für Arbeitgeber. Beachten Sie: Der Visumsprozess ist getrennt vom Aufenthaltstitel-Prozess, der nach der Ankunft in Deutschland stattfindet — hier betrachten wir nur das Visum. Die Schritte laufen ungefähr so:

1

Eignung & Weg klären

§16a oder §16d für die Situation der Person bestätigen und, wo erforderlich, die Vorabzustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) einholen.

2

Unterlagen sammeln & Antrag stellen

Die vom Konsulat geforderten Unterlagen zusammenstellen und den Visumantrag ausfüllen.

3

Konsulatstermin & Warten auf das Visum

Den Termin bei der deutschen Auslandsvertretung im Heimatland buchen, wahrnehmen und auf die Ausstellung des Visums warten.

4

Ankunft in Deutschland

Die Person reist nach Deutschland ein, um die Ausbildung zu beginnen.

Zeitrahmen und Kosten

3–9 Mon.

Erfahrung von relokate; je nach Konsulat

B1

Deutsch für den §16a-Weg

1.048 €

Mindestvergütung brutto pro Monat (2026)

Das ist der Punkt, um den herum geplant werden muss. Wie lange der Prozess dauert, hängt vom Konsulat ab — in welchem Land die Person den Antrag stellt und wie ausgelastet es ist. Nach der Erfahrung von relokate sind es in manchen Ländern rund 3 Monate; in anderen können es 6 oder 9 werden. Eine Warteschlange am Konsulat lässt sich nicht beschleunigen, weshalb die lange Vorlaufzeit von Anfang an der wichtigste Planungsfaktor ist. Sie können jederzeit relokate kontaktieren für einen voraussichtlichen Zeitrahmen für ein bestimmtes Land.

Zu den Kosten: Die Person muss ihren Lebensunterhalt sichern können. Bei betrieblicher (dualer) Ausbildung muss die Ausbildungsvergütung 2026 mindestens 1.048 € brutto (rund 822 € netto) im Monat betragen; bei schulischer Ausbildung sind rund 959 € netto im Monat nötig, bei kostenfreier Unterkunft 380 € weniger (Make it in Germany, Januar 2026). Reicht die Vergütung nicht aus, deckt die Person die Differenz über ein Sperrkonto oder eine Verpflichtungserklärung, die beim Visumstermin vorgelegt werden müssen.

Wie relokate beim Ausbildungsvisum unterstützt

Sie müssen das nicht allein bewältigen. relokate begleitet Sie über den gesamten Weg — die Eignungsprüfung, den Visumantrag und die Dokumentenvorbereitung, die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Koordination mit dem Konsulat.

So können Sie sich auf die Auswahl der richtigen Person konzentrieren, und wir sorgen dafür, dass sie tatsächlich pünktlich zur Ausbildung ankommt.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine Nicht-EU-Person für eine Ausbildung in Deutschland einstellen?

+

Ja. Nicht-EU-Staatsangehörige können gezielt für eine Ausbildung nach Deutschland kommen, über einen von zwei Aufenthaltstiteln: §16a für Personen, die von Grund auf ausgebildet werden, oder §16d für Personen, die bereits eine ausländische Qualifikation besitzen, die Deutschland nur teilweise anerkennt, und die die zusätzliche Ausbildung zur vollen Anerkennung absolvieren. Der Arbeitgeber unterschreibt den Ausbildungsvertrag und lässt ihn bei der zuständigen Kammer (IHK oder HWK) eintragen; die Person beantragt anschließend das Visum beim zuständigen deutschen Konsulat.

Welche Voraussetzungen gelten, um jemanden für eine Ausbildung in Deutschland einzustellen?

+

Die zentralen Voraussetzungen sind: ein unterschriebener, bei der IHK oder HWK eingetragener Ausbildungsvertrag und die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit für §16a — oder ein Defizitbescheid plus Einschreibung in eine Qualifizierungsmaßnahme für §16d; Deutsch auf dem erforderlichen Niveau (meist B1 für §16a, mindestens A2 für §16d — die Anerkennungsstelle oder die Maßnahme kann mehr verlangen, etwa in Gesundheitsberufen); Nachweis über den gesicherten Lebensunterhalt (2026 bei betrieblicher Ausbildung eine Ausbildungsvergütung von mindestens 1.048 € brutto im Monat, sonst schließen ein Sperrkonto oder eine Verpflichtungserklärung die Lücke); ein gültiger Reisepass; und die konkreten Visumsunterlagen des zuständigen deutschen Konsulats.

Was ist der Unterschied zwischen §16a und §16d AufenthG?

+

§16a ist für Personen, die in Deutschland von Grund auf ausgebildet werden — die Grundlage sind ein unterschriebener Ausbildungsvertrag und die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit, und es wird in der Regel Deutsch auf B1 verlangt. §16d ist für Personen, die bereits eine ausländische Qualifikation besitzen, die Deutschland nur teilweise anerkennt, und die die für die volle Anerkennung nötige zusätzliche Ausbildung absolvieren — die Grundlage ist ein Defizitbescheid plus Einschreibung in diese Qualifizierungsmaßnahme, und es wird meist Deutsch auf A2 verlangt (die Anerkennungsstelle oder die Maßnahme kann mehr verlangen, etwa in Gesundheitsberufen).

Welches Sprachniveau ist für das Ausbildungsvisum erforderlich?

+

Für den §16a-Weg brauchen Bewerber:innen Deutsch auf B1, es sei denn, die Bildungseinrichtung hat die Deutschkenntnisse bereits geprüft oder sie werden in einem vorbereitenden Deutschkurs erworben (§16a Abs. 3 AufenthG). Für den §16d-Anerkennungsweg ist A2 die gesetzliche Basis; die Anerkennungsstelle oder die Maßnahme kann mehr verlangen, etwa in Gesundheitsberufen. Das erforderliche Niveau zu erreichen, ist oft der längste Teil des Prozesses — beginnen Sie früh mit der Sprachförderung.

Welche Unterlagen werden für das Ausbildungsvisum benötigt?

+

Ein gültiger Reisepass, der eingetragene Ausbildungsvertrag (oder für §16d ein Defizitbescheid plus Nachweis der Einschreibung in eine Qualifizierungsmaßnahme), ein Deutsch-Sprachzertifikat auf dem erforderlichen Niveau, Nachweis über den gesicherten Lebensunterhalt (Vergütung oder Sperrkonto) und eine Krankenversicherung — plus die genaue Unterlagenliste des deutschen Konsulats im Heimatland der Person, die je nach Standort variiert.

Wie lange dauert es, jemanden für eine Ausbildung in Deutschland einzustellen?

+

Nach der Erfahrung von relokate sollten Sie mit etwa 3 bis 9 Monaten rechnen, überwiegend abhängig vom Konsulat. Ein unkomplizierter Fall bei einer ruhigeren Auslandsvertretung kann rund 3 Monate dauern; ein stark ausgelastetes Konsulat kann ihn auf 6 oder sogar 9 verlängern. Die Visumsschritte sind: Eignung und Weg klären, Unterlagen sammeln und den Antrag stellen, der Konsulatstermin und das Warten auf das Visum sowie die Einreise der Person nach Deutschland. Eine Warteschlange am Konsulat lässt sich nicht beschleunigen, weshalb die lange Vorlaufzeit der wichtigste Planungsfaktor ist.

Muss ein:e Auszubildende:r nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt decken kann?

+

Ja. Bei betrieblicher (dualer) Ausbildung muss die Ausbildungsvergütung 2026 mindestens 1.048 € brutto (rund 822 € netto) im Monat betragen; bei schulischer Ausbildung sind rund 959 € netto im Monat nötig, bei kostenfreier Unterkunft 380 € weniger. Die Beträge werden jährlich angepasst. Reicht die Vergütung nicht, deckt die Person die Differenz vor der Visumserteilung über ein Sperrkonto oder eine Verpflichtungserklärung.

Was ist das Ausbildungsvisum in Deutschland?

+

Das Ausbildungsvisum ermöglicht es einer Nicht-EU-Person, für eine anerkannte Berufsausbildung (eine duale Ausbildung) nach Deutschland zu kommen und ihre Zeit zwischen einem Arbeitgeber und einer Berufsschule aufzuteilen. Der Hauptweg, §16a AufenthG, ist für Personen, die von Grund auf ausgebildet werden, und beruht auf einem unterschriebenen, bei der zuständigen Kammer (IHK oder HWK) eingetragenen Ausbildungsvertrag und der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit.

Wie unterstützt relokate beim Ausbildungsvisum?

+

relokate übernimmt als Full-Service-Partner für Visum und Relocation jeden Schritt zum Ausbildungsvisum: Wir prüfen, ob §16a oder §16d passt, holen, wo nötig, die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ein, bereiten Unterlagen und Visumantrag vor und koordinieren den Termin beim Konsulat. In den Fällen von relokate dauert der Prozess je nach Konsulat 3 bis 9 Monate; wir planen den Ausbildungsbeginn entsprechend. Nach der Einreise übernehmen wir den Aufenthaltstitel bei der zuständigen Ausländerbehörde; Anmeldung, Krankenversicherung und Bankkonto lassen sich dazubuchen. Ihr HR-Team verfolgt jeden Fall im relokate-Dashboard. Nächster Schritt: Vereinbaren Sie eine 30-minütige Demo.

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Über den Autor

Hanna Kovacs

Hanna Kovacs

Product Manager, Global Mobility

Professional experience across the US, Hungary, and Germany in product management and operations. Deep expertise in German immigration law and the regulatory landscape for skilled worker migration. At relokate, Hanna owns the product roadmap, drives platform automation, and develops the compliance frameworks and immigration content that HR teams rely on.

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